Das geheimnisvolle „Schwarze Buch“ - Forscher entdecken Geisterbilder in uraltem Manuskript
09.01.2015, 09:43
Drei Jahre lang untersuchten Wissenschaftler der renommierten Cambridge Universität ein uraltes Buch: das „Black Book of Carmarthen“. Dann gelang ihnen ein sensationeller unfreiwilliger Fund. Zwei Geisteraugen starrten ihnen aus dem Buch entgegen.
Das „Black Book“ enthält zahlreiche Heldensagen und uralte Gedichte.
Das Buch gibt früheste Hinweise auf König Artus und den Zauberer Merlin.
Untersucht wurde es mit neuster Technik.
Das „Black Book of Carmarthen“ ist ein wichtiges Kulturgut Englands. Es ist das älteste noch erhaltene gebundene Buch in walisischer Sprache und entstand im 13. Jahrhundert. Bei der Untersuchung der Seiten entdeckten die Forscher, dass unter der Tinte der jahrhundertalten Gedichte auch Zeichnungen verborgen sind.
Die Forscher schätzen, dass die Porträts nachträglich zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert in das 54-seitige Buch eingefügt wurden. Knapp ein Jahrhundert später, davon gehen die Wissenschaftler aus, radierte ein Mann, der wahrscheinlich Jasper Gryffyth hieß, alle zusätzlichen Verse, Randbemerkungen und Kritzeleien aus dem Buch.
„Was wir entdeckten, ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs, mit noch besseren Techniken lässt sich bestimmt noch mehr Material entdecken“, sagte Paul Russel.
Das Schwarze Buch, benannt nach dem tiefschwarzen Einband, liefert einige der frühesten Hinweise auf König Artus und den Zauberer Merlin. Während über Artus nur Andeutungen bestehen, steht sein Grab ausführlich im Text. Merlin erhält mehr Autorität. So finden sich in der Mitte des Buchs zwei Gedichte über seine Zeit als „wilder Mann“. Am Anfang des Buchs wird zudem ein Dialog zwischen dem Zauberer und dem walisischen Dichter Taliesin wiedergegeben.
Hier der original Artikel auf Focus: https://focus.de/4598835